Erfahrungsbericht Florian Goosmann

By-Laws, Künstler und Los Angeles - Wahlstation bei Fredricks & von der Horst in Los Angeles

Autor: Florian Goosmann, Bad Bergzabern

Ein paar Monate raus aus der gewohnten Umgebung – eine Erfahrung, die schon zu Uni-Zeiten ständig eine Überlegung war. Die USA standen hierbei auf meiner Wunschliste ganz oben, da mich die amerikanische Kultur schon immer sehr interessiert hat, und auch vorherige Besuche in New York oder Florida unglaublich faszinierend waren.

Die Vorbereitung

Während des Referendariats, auf der Suche nach einem zukünftigen Berufsfeld und dem Ziel, möglichst einen Einblick in den Bereich Medien zu bekommen, landete ich schnell auf der Homepage von Fredricks & von der Horst. Spätestens nach der Lektüre einiger Erfahrungsberichte ehemaliger Referendare war klar, dass ein Aufenthalt hier genau das Richtige wäre. Einziges Problem: Die empfohlene Bewerbungszeit lag 12 – 14 Monate vor dem anvisierten Zeitraum, was in meinem Fall zeitlich nicht mehr passte...

Da jedoch auch zeitweise Praktikanten aufgenommen werden, fragte ich diesbezüglich an – und hatte Glück, da eine schon eingeplante Referendarin für den entsprechenden Zeitraum ihre Wahlstation nicht antreten konnte. So wurde ich gebeten, meine Bewerbungsunterlagen zusammen mit einem ausgefüllten Fragebogen einzureichen, der insbesondere die Ziele und bisherigen (Medien-)Erfahrungen zum Thema hatte.

Dann ging es sehr schnell: Bewerbung abgeschickt –  nur eine Woche später die Zusage, und der ungläubige Blick auf den Computer, ob das denn tatsächlich kein Traum war. Eben noch in Deutschland, ein paar Monate später in L.A....? Schnell wurden mir ebenso Informationen zu Wohnungsmöglichkeiten und der Beantragung des Visums zur Verfügung gestellt. Hierbei lief alles problemlos ab, so dass dem Flug nichts mehr im Weg stehen sollte.

Die Ankunft und der erste Arbeitstag

Auch die Wohnungsliste, die ich von Fredricks & von der Horst erhielt, erwies sich als große Hilfe: Meine Gastfamilie Hennie und Ken aus Culver City war ein wahrer Glücksfall. Wenn man sich nur ein paar Minuten nach dem Abholen vom Flughafen schon richtig wohl fühlt...

Nach ein paar Tagen Urlaub ging es los – mit einem netten Willkommen am ersten Tag und einem kleinen Lunch zum Kennenlernen. Die positive Arbeitsatmosphäre und die so freundliche und optimistische Grundhaltung von Dennis Fredricks und seinem Team machten es einfach, sich leicht einzugewöhnen.

Meine tägliche Arbeitszeit in der Firma lag von 9.00am bis 5.00pm, wobei, je nach Arbeitsaufwand, der Abend auch etwas länger werden konnte, speziell wenn Meetings mit Klienten oder Seminare anstanden. Durch die Tatsache, dass ich schnell viele Aufgaben zugeteilt bekam, sowie die Umgewöhnung, die meiste Zeit Englisch zu reden, zu schreiben und zu denken, war ich abends und an den Wochenenden doch froh, etwas Zeit zur Erholung zu haben.

Eintritt in den US-Markt

Neben dem Medienrecht gehört das Business Law zum Fokus der Kanzlei von Dennis Fredricks. Insbesondere beschäftigt sich die Kanzlei schwerpunktmäßig damit, europäische Unternehmen und Produkte auf den amerikanischen Markt zu bringen. In der Mehrheit handelt es sich um deutsche, österreichische, schweizer und ungarische Unternehmen. Der erste Schritt dabei ist die Firmengründung, in die ich selbst auch wesentlich einbezogen wurde.

Nach den ersten Gesprächen oder E-Mails wird versucht, so bald als möglich ein Meeting zu organisieren, um mit den Klienten eine genauere Ausrichtung abzustimmen und umzusetzen.
Das Team von Dennis Fredricks ist hier sowohl bei den ersten Informationen und Starthilfen, als auch bei der Gründung selbst behilflich. Konkret also mit allem, was das Aufsetzen der First Minutes und By-Laws einer Corporation, oder dem Operating Agreement bei LLCs betrifft, ebenso wie die Abwicklung und Einreichung aller Erklärungen und Dokumente bei den staatlichen Stellen. Sehr hilfreich ist hierbei selbstverständlich auch Dennis Fredricks' jahrelange Kenntnis der Großstadt Los Angeles, um auch für Fragen und Hilfen nach einem geeigneten Firmenstandort immer eine passende Antwort bereit zu haben.

Ebenso behilflich ist die Firma Fredricks & von der Horst beim Aufsetzen von “Shareholder Agreements”, “Executive Employment Agreements” oder “Loan Agreements”, sowie bei Visafragen und -problemen. Generell gehört zum Hauptaufgabengebiet eines “Transaction Lawyers” das Formulieren der verschiedensten Vertragsarten, so unter anderem auch von “Terms and Conditions”, also Allgemeinen Geschäftsbedingungen, oder “Finder Fee-Agreements” für die erfolgreiche Vermittlung von Geldgebern zur Finanzierung verschiedener Projekte, z.B. im Medienbereich.

Künstlerverträge

Auch bekam ich des Öfteren Vertragsentwürfe für Auftritte von Künstlern zu Gesicht und konnte hierbei die Verhandlung mit der Gegenseite und den Spielraum, den es zu finden und zu nutzen galt, beobachten. Im großen Gegensatz zur deutschen Rechtspraxis waren die typischen ersten US-Vertragsentwürfe, die von der Gegenseite eingereicht wurden, häufig sehr einseitig formuliert. Da diese Diskrepanz mit anschließender Annäherung in großem Stil jedoch USA-typisch ist, war es auch normal, dass man sich letzten Endes doch in den meisten Fällen einig wurde.

Eigener Aufgabenbereich

Eine von vielen Aufgaben als Referendar bestand hierbei zu Beginn in erster Linie darin, entsprechende Verträge zu vergleichen und stichwortartig zusammenzufassen, mit zunehmender Zeit darin, erste eigene Entwürfe für den entsprechenden Interessenten anzufertigen.

Weiteres (eigenes) Tätigkeitsfeld war die Aktualisierung bereits bestehender Firmen. So muss in der Mehrzahl der Fälle jede Firma ein jährliches Update über Veränderungen der Shareholders, Directors oder Officers anfertigen; eine Aufgabe, die neben anderen Hilfen für die entsprechenden Firmen von Fredricks & von der Horst übernommen wird.

Medien, Marken und Mandanten

Andere Schwerpunkte der Kanzlei betreffen Gebiete wie geistiges Eigentum, urheberrechtliche Problematiken, außerdem die Lizenzierung verschiedener Marken und Produkte. Des Weiteren kommen verschiedenste Anfragen aus dem Bereich Medien, hierunter öfters solche nach Umsetzungsmöglichkeiten von Büchern in Filme und das Finden entsprechender Finanzierungspartner. Generell wurde ich in möglichst viele Fälle einbezogen, um einen Überblick über die große Bandbreite der verschiedensten Fälle und Mandanten aus den unterschiedlichen Rechtsgebieten zu bekommen. Regelmäßig durfte ich auch an den Meetings mit den Klienten teilnehmen.

Seminarveranstaltung

Zudem organisiert die Kanzlei mehrmals jährlich Seminare, die entweder von Fredricks & von der Horst selbst oder von befreundeten Kollegen gehalten werden. Ich habe an einem Seminar über internationales Steuerrecht und an einem über Arbeitsrecht teilgenommen. Außerdem hatte ich die Gelegenheit an zwei sehr interessanten Seminaren der Anwaltskammer von Beverly Hills zu den Themen “Copyright” und “Entertainment Law” teilzunehmen und einen Einblick in die US-amerikanischen Besonderheiten und aktuellen Ereignissen auf diesen Gebieten bekommen.

Die Welt draußen

Weiterhin ist Dennis Fredricks ständig sehr darum bemüht, seinen Referendar an möglichst vielen Veranstaltungen außerhalb der Kanzlei teilnehmen zu lassen. Hierunter fielen in meinem Fall eine Podiumsdiskussion zur aktuellen Wirtschaftslage, wie auch ein Film-Screening sowie eine Vorführung eines Filmmusikers im befreundeten Goethe-Institut.

Neben der Arbeit blieb natürlich immer noch ausreichend Zeit, L.A. erleben zu dürfen. Zum einen hatte man die Wochenenden, zum anderen, war Dennis Fredricks auch gerne bereit, einen freien Tag oder etwas früheren Feierabend zu gewähren, wenn eine L.A.-typische Veranstaltungen auf einen Wochentag fiel. So konnte ich verschiedene Aufzeichnungen von TV-Sendungen erleben, den Ablauf und das Taping einer Sitcom, Late Night Shows wie die “Tonight Show with Jay Leno” oder einen Auftritt von David Hasselhoff bei “Jimmy Kimmel Live”.

Tradition: Ref-Treff im Karneval in Köln

Sehr deutlich wurde immer wieder, wie viel Dennis Fredricks an der Aufrechterhaltung der Kontakte mit seinen mittlerweile 89 ehemaligen Referendaren liegt. Tradition hat hierbei insbesondere das seit Jahren organisierte Ehemaligentreffen zur Karnevalszeit in Köln.

Die Zeit verging geradezu im Flug, so dass, als ich mit dem Großteil des Kanzleiablaufs vertraut sowie in die meisten Fälle eingearbeitet war, fast schon das Ende der Wahlstation erreicht war...

Fazit

Zusammenfassend kann ich sagen, dass die Zeit bei Fredricks & von der Horst eine tolle Erfahrung und sehr abwechslungsreich war, und man vom ersten Tag an 100% in den Kanzleiablauf eingebunden wird. Hierbei besonders hervorzuheben ist vor allem die positive und freundschaftlich-familiäre Atmosphäre, die Dennis Fredricks und sein Team auszeichnet. Es ist wirklich jedem zu empfehlen, einen Versuch zu starten, die Wahlstation hier verbringen zu dürfen.

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